Gebäude der Pfarrkirche
1. |
Beistellung aller Materialien und Übernahme aller Kosten fur die Fertigstellung des Klosters, dessen Bau bis zur Dachgleiche fortgeschritten ist. Bis dahin will sie für den Unterhalt der Mönche sorgen und auch die Paramente und den Schmuck der Kirche bezahlen. |
2. |
Sie wünscht, daß nach Fertigstellung des Baues ständig zwölf Religiosen, sechs Priester und sechs Fratres im Kloster wohnen, wie es den Wünschen ihres verstorbenen Gatten entspricht. Sollte der Pfarrer Neulengbachs krank werden oder sterben, sollten die Brüder aus christlicher Liebe an Sonntagen und Festtagen Beichte hören und Messe lesen. Die zur pfarrlichen Stola zählenden Sakramente, wie etwa Taufe und Trauung u. a. dürfen sie nicht spenden. |
3. |
Durch die Ordensstatuten ist den Religiosen ein eigener Besitz verwehrt. Andererseits können mit den Almosensammlungen im Umkreis der Burg die Lebensnotwendigkeiten nicht gekauft werden. Daher hinterlegt sie aus dem Vermächtnis des Gatten 30.000 und weitere 10.000 fl. aus eigenem bei den Landständen gegen jährliche Verzinsung. Richter, Rat und die ganze Marktgemeinde Neulengbach haben sich schriftlich verpflichtet, die Verwaltung zu übernehmen. Jährlich sind 6% Zinsen bei den Delegierten der Landstände zu beheben und für Nahrung und Kleidung, soweit es sich mit dem Gebot der Armut vereinen läßt, zu verwenden. P. Benignus in Genua, der ,,minister generalis" des Ordens, hat seine schriftliche Zustimmung gegeben. |
4. |
Jährlich sollen den Mönchen 100 Urnen Wein - nach ihrem Tode nur unter dem Titel des Almosens - gegeben werden. |
| 5. | Wenn das Kloster durch Ereignisse wie Brand, Sturmschaden, Altersschwäche oder andere Unglücksfälle geschädigt wird oder in Ruin verfällt, sollen weitere 10.000 fl. herangezogen werden, die die Klostergründerin ebenfalls gegen Jahreszinsen bei den Ständen hinterlegt und die ebenfalls von Richter und Rat des Marktes Neulengbach zu diesem Zwecke einkassiert werden sollen. |
| Als Zeuge Tobias Schwab, Dr. jur., päpstlicher Protonotar, Domberr zu Olmlitz und Wien, Rath und Offizial des Kardinals Melchior Khlesl usf. und Georg Hauerfelder, Priester und Kurat bei St. Stephan. | |
| Die letzten Jahrzehnte der Nikolauskirche und des Franziskanerkonvents | |